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Die alevitische Glaubensauffassung basiert auf Werten wie Liebe, Respekt und Toleranz dem Nächsten gegenüber. Sie ist enstanden aus der Symbiose von altislamischer Mystik, frühanatolischer Kulturen und altasiatischem Brauchtum und stellt in ihrem jetzigen Status somit ein Mosaik aus verschiedenen Einflüssen dar, das als Ganzes wiederum im laufe der Jahrhunderte des Zusammenverschmelzens zum eigenständigen Glauben geworden ist.
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ALEVİ-BEKTAŞİ KRONOLOJİSİ
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Die Träger der TraditionJeder Versuch, die Glaubenslehre der anatolischen Aleviten zu beschreiben, bleibt notgedrungen unvollständig und vorläufig. Dieser Umstand hängt mit zwei wesentlichen Merkmalen des Alevitentums zusammen: Mit seinem Geheimcharakter und mit der mündlichen Art der Vermittlung von religiösen Traditionen. Jahrhundertelang hielten die Aleviten Lehren und Praktiken vor Außenstehenden geheim. Nur jene Frauen und Männer, die in die Gemeinschaft hineingeboren wurden, konnten in den Besitz des religiösen Wissens gelangen.
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Um das Alevitentum als Religion, Kultur und Philosophie besser zu verstehen, sollte man ein Blick auf seine Entwicklungsgeschichte werfen. Nach dem Tod des islamischen Propheten MOHAMMED ( 632n.Chr.), begann die Spaltung im Islam . Die Streitigkeiten um die Nachfolge des Propheten (Khalifen-Streit) führte zu der Entstehung der Hauptkonfessionen SUNNISMUS, SCHIISMUS und dem ALEVITENTUM. Die Anhänger des Sunnismus unterstützten den einflußreichen Ebu-Bekir, während die Aleviten und Schiiten ALI Ibn Talib als den rechtsmäßigen Nachfolger ernannten. ALI war der Cousin, Adoptivsohn und Schwiegersohn des Propheten. Der Clan der Omayyaden, dem auch Ebubekir angehörte, setzte sich um die Vorherrschaft im Islam durch. Zur Erhaltung ihrer Herrschaft wurden die Aleviten und Schiiten verfolgt und ermordet. Die Familie des Propheten ( Ehli-Beyt ) wurde im Laufe der Zeit nach und nach brutal ermordet, um die Opposition zu schwächen. Höhepunkt dieser Morde war das Massaker in KERBELA ( Irak ), indem der dritte Imam, IMAM HÜSEYIN (Sohn von Ali ) samt seiner Familie und Freunde ums Leben kam.
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Im Frühalter des Islam ereigneten sich eine Reihe von Greueltaten, wovon die Nachwelt kaum Notiz zu nehmen scheint. Das wohl tragischste ereignete sich im Jahre 680 (n.Chr.) und ging als das „Massaker von Kerbela" in die Geschichte ein. Die Aleviten gedenken heute noch an diese Geschehnisse und an das damals begangene Unrecht. Die sunnitische Konfession nimmt kaum Notiz von diesem Massaker, obwohl dabei fast die komplete Familie des Propheten umgebracht ( Ehl-i Beyt ) worden ist.
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Der Semah ist ein wichtiger religiöser ritueller " Tanz " der Aleviten. Er gehört zu den 12 Pflichten in der CEM- Veranstaltung (eine Art Gottesdienst ). Nach der Überlieferung vom 6. Imam im " IMAM CAFER BUYRUK " wurde der Semah erstmals im " Geheimbund der VIERZIGER " vollzogen. Dieser Bund bestand aus 17 Frauen und 23 Männer und geht auf eine früh-alevitische Glaubensgruppe des 6. Jahrhunderts zurück.. Unter diesen Personen war auch Ali ,der Schwiegersohn Mohammed's vertreten. In diesem Bund wurde dann in Anwesenheit von Propheten Mohammed eine Traube zerdrückt, so das alle ein Schluck davon einnahmen. Daraufhin haben die " Vierziger " den Semah " getanzt ".
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Die religöse Veranstaltung im Alevitentum wird Cem genannt. Die Voraussetzung für jeden Cem sind der Dede und die 12 Pflichten. Bei dem Dede handelt es sich um einen direkten Nachkommen der Ehlibeyt-Familie. Er muß in die historischen, philosophisch -religiösen und rechtlichen Aspekte der alevitischen Glaubensrichtung eingeweiht sein und durch sein Verhalten soll er als Vorbild für die Gemeinde gelten. Außerdem wird erwartet, daß er den Koran beherrscht. Ihm wird auch der Besitz von besonderen Kräften ( keramet ) zugeschrieben, wenn er diese nicht bereits persönlich durch das Wirken kleinerer oder größerer Außergewöhnlichkeiten unter Beweis stellen konnte, sollten zumindest von einem seiner Vorfahren derartigs bereits vollbracht worden sein. Er muß außerdem ein begabter Geschichtenerzähler und ein erfahrener Musiker sein, denn ihm obliegt auch die musikalische Leitung des Cem.
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Dieses Fest wird an Anschluss an das zwölftägige Muharrem-Fasten zelebriert. Ein aus zwölf Zutaten bereitetes Gericht (die Asure Suppe) wird am 10. Muharram innerhalb der Gemeinde gereicht. Sowohl die Anzahl der Zutaten als auch die der Fastentage sollen an das Leid der Imame erinnern.
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Die Bedeutung des Müsahip (müsahiplik, auch „ahiret kerdesligi“ [Jenseitsbruderschaft] und „yol kardesligi“ [Wegbruderschaft]) ist mancherorts so groß, daß bei Nichtvorhandensein einer solchen Beziehung die Teilnahme an religiösen Zeremonien verweigert wird. Primär bedeutet die Bruderschaft Solidarität in allen Lebenslagen und die Teilung jeglichen Eigentums. Die Beziehung ist somit engmaschiger als zu einem Blutsverwandten. Sie wird unter gleichaltrigen, verheirateten Paaren geschlossen, die Auswahl des Bruders/der Schwester ist jedem freigestellt. Sie verpflichtet beide Seiten bis über den Tod hinaus; das Ableben eines Bruders/Schwester bringt für den/die anderen die Verpflichtung mit sich, dessen Familie zu versorgen. Die Bindung soll sowohl Gruppensolidarität als auch –identität stärken, einen Fürsprecher im Jenseits bilden und die Vollmitgliedschaft in der Gemeinde ermöglichen.
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Die Aleviten fasten zwölf Tage im Trauermonat Muharrem. Das Fasten ist Gedenken an die zwölf Imame und an das Massaker von Kerbela. Dort hatten im Jahre 680 die omayyadischen Truppen Imam Hüseyin mit seinen 72 Gefolgsleuten getötet, nachdem sie drei Tage lang in der Wüste vom rettenden Wasser abgeschnitten worden waren.
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Den Sunniten ist bekannt, daß die Aleviten einen speziellen Ali-Kult haben. Sie meinen, daß Ali als Gott verehrt würde. Dies geben die iranischen Schiiten auch als Grund an, weswegen sie die Aleviten als Nichtschiiten als Nicht-Moslems und als Ungläubige (Kafirs) bezeichnen, obgleich die Aleviten die Zwölferimame ehren. Ein Undind ist es den Sunniten, daß die Aleviten keine Scharia haben, Inbegriff des nnach sunnitischem Glauben von Gott vorgeschriebenen Rituals und Verhaltenskodex'. Und weil für die Sunniten außerhalb der Scharia ein Moralleben nicht denkbar ist, schreiben sie den außerhalb der Scharia lebendeb, wie den Aleviten, Christen u.a., äußerste Morallosigkeit zu (Promiskuität, Trunksucht, etc). Den Orthodoxen ist die Emanationslehre und die Theorie vom reinen Menschen des Alevi-Bektaschitum nicht bekannt. Eine Einsicht in diese beiden Lehren würde zeigen, daß von >>Ali ist Gott<< nicht gesprochen werden kann, ja daß, dogmatisch gesehen, Ali trotz des augenfälligen Kults um seine Person tiefer steht als im iranischen Schiitentum, tiefer als Mohammed im Sunnitentum. Dafür ist der Nachweis in der Abhandlung noch zu führen; er wird erst aus der Darlegung der Emanationenlehre und der Theorie vom reinen, oder "perfekten" Menschen ersichtlich.
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Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Aleviten immer wieder verfolgt und ermordet. Diese Taten wiederholen sich immer noch in der Türkei. Wir wollen Ihnen einige Beispiele aus jüngster Zeit und einige besonders schwere Ereignisse darlegen.
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